Vortrag: Zwischen Dämonisierung und Dekolonialisierung – Zur Genealogie von Antisemitismus in postkolonialen Theorien

Postkoloniale Theorie wird an Universitäten als Lektüre in den Sozialwissenschaften vielfach gelesen und auch in sozialen, antirassistischen, linken und antifaschistischen Bewegungen stark rezipiert. Sie geht dabei von einem wichtigen und legitimen Anliegen aus: der Analyse und Kritik kolonialer Herrschaftsverhältnisse sowie ihrer bis heute fortwirkenden politischen, ökonomischen und kulturellen Folgen.
Seit der Debatte um die Thesen von Achille Mbembe, der documenta 15 in Kassel und dem „neuen Historikerstreit“ rund um die Thesen von Michael Rothberg, A. Dirk Moses und Jürgen Zimmerer ist aber auch klar: aktuelle, postkoloniale Theorien haben häufig ein Antisemitismusproblem. Dabei ist das Vorkommen von Antisemitismus in postkolonialen Theorien aber nicht neu, sondern die Entwicklung und Verschärfung dieser antisemitischen Motive lässt sich seit dem Entstehen der Theorieströmung nachzeichnen.
Der Vortrag zeigt auf, welche unterschiedlichen Formen des Antisemitismus sich bei unterschiedlichen Theoretiker*innen in der Entwicklung dieser Theorieströmung finden lassen und gibt einen Überblick über die zentralsten Motive des Antisemitismus, die hier vorkommen.
Unsere Referentin: Randi Becker studierte Sozialwissenschaften, Soziologie und Politische Theorie in Gießen, Frankfurt und Darmstadt. Sie promoviert an der Universität Tübingen mit einer Arbeit zur Anschlussfähigkeit von Antisemitismus in postkolonialen Theorien am Beispiel von Aimé Césaire und seiner Rezeption. Hauptberuflich arbeitet sie als Dozentin an einem Bildungszentrum sowie als Lehrbeauftragte an verschiedenen hessischen Universitäten.
www.randibecker.org
Zwischen dem 26.10. und dem 22.11.2026 veranstalten wir die Wochen gegen Antisemitismus im Volin. Die Veranstaltungsreihe findet im Rahmen der Bildungs- und Aktionswochen gegen Antisemitismus 2026 statt.
